Wenn sich Paul Klees erster Durchbruch seiner Laufbahn während seiner Tunis-Reise 1914 ereignete, erlebte er ein weiteres Mal die glückliche Stunde eines unerwarteten künstlerischen Durchbruchs während des Ersten Weltkriegs, als er am Ende 1918 am Standort der Königlich Bayerischen Fliegerschule V in Gersthofen bei Augsburg einen ruhigen Nachmittag im Büro verbrachte. „Alles versinkt um mich“ beschrieb er seiner Frau Lily den Zustand gesteigerter Kreativität, „und gute Werke entstehen von selber vor mir. Graphisch besonders fallen jetzt reife, erstaunliche Früchte ab.“ Die existenziellen Spannungen des Krieges, verbunden mit innerem Rückzug und kontinuierlicher künstlerischer Arbeit, hatten offenbar zu einer besonderen Verfassung geführt, in der Klee selbst von seiner Schaffenskraft überwältigt wurde und endgültig zu seiner eigenen Bildsprache fand. Scheinbar kindliche Unbeholfenheit stand von nun an neben malerischer Verfeinerung, kubische Tektonik neben fließender Farbigkeit, nächtliche Romantik neben abstrahierender Zeichenhaftigkeit. Die Produktion der Jahre 1917 bis 1919 war reich und führte auch zum Durchbruch bei einer kunstinteressierten Öffentlichkeit, die, berückt von der Poesie der „Zauberformeln“ und „Hieroglyphen“, Klee zu einer Kultfigur der aktuellen Kunstszene kürte. Franz Marc, August Macke − beste Freunde waren bereits 1917 gefallen, man kann erahnen, dass dunkle Stadtlandschaften, wie in „Gestirne über der Stadt“ für ihn nicht nur märchenhafte Nachtstücke waren, sondern auch dem realen Erlebnis kriegsbedingter Verdunkelung entsprangen.