089 - Paul Klee, Rhythmie der Fenster und Tannen, 1919

Paul Klee, Rhythmie der Fenster und Tannen, 1919

089 - Paul Klee, Rhythmie der Fenster und Tannen, 1919

Zu Klees besonderen Errungenschaften der Kriegs- und Nachkriegsjahre gehörte es, seine Kunst an die Musik anzunähern – eine Aufgabe, an der er seit Beginn des Jahrhunderts gearbeitet hatte. Rhythmie der Fenster und Tannen aus dem Jahr 1919 gehört zu den ersten Werken, in denen er eine Verbindung aus musikalischer und bildlicher Komposition erprobte, bevor er im Jahr darauf in seinen „rhythmischen Landschaften“ die Notenschrift systematisch als Matrix einsetzte. Schon der Titel des Bildes enthält eine Anspielung auf die Musik, verstärkt wird der Zusammenhang durch die ungewöhnliche Gestaltung der Rückseite. Dort hatte Klee den Karton und auch den Rahmen mit Notenblättern aus dem Psalmenwerk des Regensburger Komponisten Franz Xaver Engelhart (1861–1924) überklebt und dem Bild damit eine verborgene Botschaft hinzugefügt. Ob er dabei eine direkte Beziehung des Bildes zu genau diesen Kompositionen herstellen wollte, lässt sich nicht entscheiden. Wohl aber steckt darin ein programmatischer Verweis auf die Analogie zwischen Noten- und Bilderschrift, zwischen dem Rhythmus der Töne und dem der Quadrate und Rechtecke auf der Bildfläche.