Paul Klee war auch ein experimentierfreudiger Techniker. Er erprobte unterschiedliche Bildträger und Farbrezepturen, prüfte die Wirkung von Pigmenten, Bindemitteln, Grundierungen und Überzügen und notierte die Werkstoffe sorgfältig in seinem handschriftlichen Œuvre-Katalog. Dazu kam seine spezifische Art der Montage mit Untersatzkartons, farbigen Randstreifen und Beschriftungen. Besondere Erfindungsgabe verwendete er darauf, seine Werke zu multiplizieren. So entwickelte er die Ölfarbezeichnung, die ihm zur Reproduktion von Zeichnungen diente und er benutzte die Schere, um aus einem Bild zwei oder gar mehrere zu machen. Die Kompositionen mit der Schere, Klees zerschnittene Bilder sind in großer Zahl und verschiedenen Varianten nachweisbar. So teilte er auch den „Waldvogel“ mit der Schere in waagerechter Richtung. Mit dem Schnitt wurden hier zwei unterschiedliche Kompositionen erzeugt: ein Pflanzenbild mit dem Titel „Giftbeeren“ (Standort unbekannt) und dem hier ausgestellten unteren Bildteil, dem „Waldvogel“.