091 - Paul Klee, Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922

Paul Klee, Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922

091 - Paul Klee, Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922

Zu den ausgefeiltesten Kompositionen von Klees Schnitttechnik zählt das Aquarell „Schicksal-Stunde des Kaisers“. Hier hat Klee das Zerschneiden nicht zur Vervielfältigung seines Werkes, sondern zur inhaltlichen Zuspitzung eingesetzt. In der Urfassung waren die drei Figuren: der Kaiser, der Hampelmann und ein kleiner Gnom - nebeneinander angeordnet, als würden sie gemeinsam auf einer Puppenbühne auftreten. In der Montage jedoch verzahnte sie Klee dergestalt, dass Kaiser und Hampelmann durch den Giftzwerg, der zwischen sie gefahren war, auseinandergesprengt wurden. Der Kaiser war nun nicht nur gestürzt, sondern zerstört, einer gesprengten Marionette gleich. Die Hauptfigur war nicht mehr der Monarch, sondern der Gnom, der ihn als Personifikation des Aufruhrs zur Strecke gebracht hatte.