„Die Farbe hat mich (…) Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ Diese Worte schrieb Paul Klee auf seiner Reise nach Tunesien im April 1914 in sein Tagebuch „ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler“. Doch Klees Tuniserlebnis bestand nicht nur aus der Überwältigung durch südliche Farbenpracht, sondern auch aus der Wahrnehmung der landestypischen Architektur und Felderwirtschaft, die ihm mit ihren Flächen, Kuben und Würfeln ein Strukturraster vermittelten, durch das er Farben und Formen künstlerisch fassen und gestalten konnte. Hamammet, ist ein Aquarell, entstanden in der gleichnamigen tunesischen Küstenstadt, in dem beides sichtbar wird: die Hinwendung zur Farbe und eine neue Ordnung der Bildfläche. Transparente Nuancen zwischen Terrakotta, Violett und einem durchsichtigen Blau vermitteln das Erlebnis „farbiger Klarheit“, eine unregelmäßige Rechteckstruktur sorgt für ein pulsierendes Gleichgewicht in Komposition und Farbverteilung. „Das Ried-und Buschwerk ist ein schöner Fleckrhytmus“ vermerkte Paul Klee hierzu.