092 - Paul Klee, Beflaggte Stadt, 1927

Paul Klee, Beflaggte Stadt, 1927

092 - Paul Klee, Beflaggte Stadt, 1927

Kompositionell hat Klee der Arbeit ein horizontales Linienmuster zugrunde gelegt, das er wiederum in kleinere Detailformen zergliederte, die zusammen genommen ihrerseits die Stadtarchitektur charakterisieren: Ein schiefer Turm links, mittelalterliche Zinnen und eine Vielzahl von Fassadennischen und Fensteröffnungen bilden die nur schwach vom Mond beleuchtete Stadtkulisse. Die über den Dächern gesetzten Flaggen scheinen sich dem zunehmenden Mond und einem weiteren Himmelskörper, der so wirkt, als sei er untrennbar mit dem Mond verbunden, geradezu entgegen zu recken. Nur mit speziellem Restauratorenlicht lesbar, setzte Klee, unten links die Bezeichnung „S.Cl“ und nahm damit das Werk in seine sogenannte Sonderklasse auf. Dazu zählte Klee Arbeiten, die für ihn persönlich bedeutsam waren und die er damit als unverkäuflich markierte. Etwa 300 Arbeiten nahm er auf dieser Weise aus dem Verkauf. So befand sich auch dieses Blatt bis zum Tod von Paul und Lily Klee in deren Besitz und gelangte erst 1992 offiziell in den Kunsthandel.